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Entstehung eines Schiffes

Werdegang eines Schiffes

Bevor man überhaupt zur Kiellegung, das heißt zum Beginn der manuellen Arbeit kommt, sind viele Vorarbeiten auf kaufmännischer und konstruktiver Basis notwendig. Will eine Reederei ein Schiff in Auftrag geben, erfolgt von ihr eine Ausschreibung. Daraufhin werden von den Werften Angebote erstellt, die bereits die wichtigsten Eigenschaften des zukünftigen Schiffes, wie Hauptabmessungen, Motorleistungen, technische Ausrüstung, Form und Gestalt beinhalten. Die Reederei führt nun mit den Werften Verhandlungen über Preis und verschiedene Wünsche. Jene Werft, die nach Ansicht des Kunden das günstigste Preis-Leistungsangebot stellt, wird den Auftrag über den Bau des Schiffes erhalten. Vom Beginn der Ausschreibung bis Vertragsabschluss ist bereits ein halbes bis ein Jahr vergangen. Nun wird im Konstruktionsbüro mit den genauen Werkstattzeichnungen begonnen und mit den Arbeitsvorbereitungen, es werden die Bestellungen über verschiedene Anlagen, Anlageteile und Materialien durchgeführt. Nach weiteren sechs Monaten erfolgt die Kiellegung des Schiffes, welche mit einer kleinen Feier verbunden ist. Nun bauen die Schiffbauer, Schmiede und Schweißer aus den Stahlplatten (meist VÖEST-Stahl) Sektionen, die auf der Helling zu einem Schiffskörper zusammengestellt werden. Wenn ein bereits erkennbarer Schiffskörper auf der Helling liegt, beginnen der Maschinenbau und die Rohrschlosserei mit den ersten Einbauarbeiten (Maschinenfundamente, Hauptrohrleitungen). Wenn der gesamte Schiffskörper sowie die Aufbauten in Rohzustand sind, erfolgt der Stapellauf. Es sind weitere drei bis sechs Monate vergangen. Es folgt die Ausrüstung der Schiffe mit Elektroinstallationen, Kabineneinbauten, Verrohrungen, was wiederum eine Zeit von mindestens drei Monaten in Anspruch nimmt. Sind alle Installationen fertig, beginnt die Erprobung des Schiffes. Es werden sämtliche Anlagen genau probiert und dem Kunden vorgeführt. Anschließend erfolgt eine Gesamterprobung, welche mit den Probefahrten abgeschlossen wird. Das Schiff wird dem Kunden übergeben und die Werft haftet ein Jahr lang für Schäden, die durch mangelhafte Ausführung und Materialien entstehen. Nach diesem Jahr werden meistens noch Garantiearbeiten durchgeführt und die Werft kann nun den Auftrag als erledigt abschließen.